VBC Pfäffikon überrascht Leader biogas volley Näfels

«Geili Sieche» wenn das der Coach Daniel Schuler sagt, muss etwas Spezielles vorgefallen sein. Und tatsächlich – die Pfäffiker fügten den bis anhin ungeschlagenen Gästen nach einem spannenden Spiel die erste Saisonniederlage zu. Dazu haben auch die von Assistenz-Trainer Roman Brunschwiler mit Glocken ausgestatteten Fans ihren Teil beigetragen.

Der Reihe nach:

Zu siebt begannen die favorisierten Näfelser und zeigten gleich, dass sie keine Geschenke verteilen wollten. Mit 12:14 legten sie vor. Dann holten sich die Pfäffiker das Servicerecht zurück und Passeur Thomas Hofmann durfte bis zum 16:14 den Ball ins Spiel bringen. Dieser Vorsprung hielt leider nur für kurze Zeit. Näfels kam mit starken Angriffen zurück und bei 21:22 nahm Coach Schuler ein Time out. Nach den zuletzt guten Matches galt es einfach die Ruhe zu behalten und auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Es wirkte: bei 26:25 folgte der 1. Satzball. Wie so oft in diesem Satz schwappte das Pendel wieder auf die andere Seite und Näfels bejubelte den ersten Teilerfolg.

Motiviert durch den knappen Ausgang begann für die Heimmannschaft der 2. Satz vielversprechend. Severin Pfister setzte eine Serie von 6 präzisen und harten Services dem Gegner ins Feld. Dies war zuviel für die Gäste. Bei 8:6 nahm nun Näfels das erste Time out. Was dann folgte, ist schnell erzählt und endete mit dem 2. Satzverlust für die Pfäffiker mit 16:25. Wohl doch etwas übermotiviert gewesen? Schlechtere Abnahmen, ausbleibende Durchschlagskraft im Angriff, Servicefehler, Löchder im Block – so wird das nichts.

Weil Aussenangreifer Manuel Hiestand von einem gegnerischen Angriff hart im Gesicht getroffen wurde, durfte Junior Marius Inglin seinen Platz einnehmen. Und obwohl noch wenig Spielpraxis, machte er seinen Job sehr gut. Dieses Lob galt sicher auch für den ebenso jungen Mittelangreifer Alessio Züger, der ab dem 3. Satz immer besser ins Spiel kam und auch mit erfolgreichen Blocks wertvolle Punkte für die Pfäffiker holte. Beide spielen ihre erste Saison und sind schon ein wichtiger Teil der Mannschaft. Mit ihnen kämpfte die ganze Mannschaft mit vollem Herzblut und kein Ball wurde aufgegeben. So rettete Libero Silvio Schuler mehrere Male mirakulös und das Blockspiel wurde immer besser. Das führte zu einem Kopf-an-Kopf-Spiel mit leichtem Vorteil für Näfels, welche sich gegen Satzende mit 23:20 doch schon gefährlich absetzen konnten. Aber dann kam wieder Pfister an den Service und stellte die Sache klar, unter anderem auch mit einem As. Der 3. Satz gehörte Pfäffikon.

Dann folgte gleich der nächste Streich – und wie. Über die Mitte knallte Kevin Allemann den Ball ohne Gnade ins gegnerische Feld und am Block war er immer wieder Endstation für den gegnerischen Angreifer. Aber auch die anderen Spieler wurden von Passeur Hofmann präzis und immer wieder für den Gegner überraschend eingesetzt. Ohne Hänger marschierte Pfäffikon vorwärts und war im 4. Satz deutlich überlegen. Ein tolles Gefühl, dem Gegner die höchste Satzniederlage der Saison beizufügen.

2:2 Satzausgleich, aber noch nicht der Sieg. Und die Gäste wollten auch keine Geschenke verteilen, weshalb sich ein äusserst umkämpfter, hochstehender Kampf um die Punkte entwickelte. Trotz guten Abnahmen konnte Pfäffikon zu Beginn nicht davon profitieren und machte im Gegenteil die Näfelser wieder stärker. Genug für den Coach, bei 2:5 nahm er zuerst ein Time out und wechselte gleichzeitig wieder Hiestand ein. Diesem gelangen dann zwei herrliche Angriffe, besonders erwähnenswert die schöne Finte zum 4:5. Nun kippte das Momentum wieder auf die Seite der Heimmannschaft und bei 8:7 wurden die Plätze ein letztes Mal gewechselt. Diese Führung wurde dann nicht mehr aus der Hand gegeben. Gelang Näfels mal Punktgleichstand, wurde mit dem nächsten Spielzug gleich wieder vorgelegt. Dann 15:14 – Hiestand am Service – 2. Matchball für Pfäffikon. Schöne Abnahme der Gäste, überraschender Pass nach aussen, wo Stephan Morf den Gegner nun alleine blocken muss. Aber wie: mit einer ‘Wand’, die für den Angreifer unüberwindbar ist. Morf hat diesen Punkt verdient. Wie alle anderen setzte er sich während fast zwei Stunden total für diesen historischen Sieg ein. Chapeau! Es folgte grosser Jubel und die Welle der Fans als Tüpfelchen auf dem i.

VBC Pfäffikon – biogas volley Näfels 3:2 (26:28, 16:25, 25:23, 25:13, 16:14)

VBC Pfäffikon: Thomas Hofmann, Stephan Morf, Manuel Hiestand, Severin Pfister, Kevin Allemann, Silvio Schuler, Jan Brunckhorst, Alessio Züger & Marius Inglin

biogas volley Näfels: Noser, Mathis, Wunderle, Baggio, Bedrac, Medic & Straub